Grapefruit – Vorsicht Wechselwirkungen!

Vorsicht: Grapefruit und Medikamente – keine gute Kombination!

Medikamente und Nahrungserg√§nzungsmittel, die √ľber den Mund aufgenommen werden (also oral verabreicht werden) werden von einem k√∂rpereigenen Enzym in der Darmwand abgebaut.¬† Dieses Enzym hei√üt Cytochrom P450 3A4 (abgek√ľrzt: CYP 3A4). Es verstoffwechselt sehr viele Medikamente (sch√§tzungsweise 50% aller heute eingesetzten Medikamente). Es gibt nun einige Substanzen, welche dieses Enzym hemmen und solche, welche die Aktivit√§t steigern. Kommt es zu einer Aktivit√§tssteigerung, so werden Medikamente so schnell abgebaut, dass deren Wirkung praktisch aufgehoben wird. Das ist zum Beispiel bei Ingwer, Knoblauch und Johanniskraut der Fall.
Grapefruitextrakt enthält dagegen Enzymhemmer, z.B. Bergamottin und Naringin. Als Folge können Medikamente nur sehr langsam abgebaut werden und sich im Körper anhäufen und dabei dann evtl. toxisch wirken. Dieser Hemmeffekt kann bis zu mehreren Tagen anhalten. Deshalb ist es ratsam, während jeglicher Medikamenteneinnahme auf Grapefruit völlig zu verzichten.
√Ąhnlich wie Grapefruit wirken auch Pampelmusen und Bitterorangen. Dagegen sind Orangen harmlos und k√∂nnen in der Regel gefahrlos verzehrt oder als Saft getrunken werden.
Ich wurde vor kurzem bei einer Fachtagung gefragt, ob man irgendwelche Medikamente dennoch mit Grapefruit kombinieren kann. Darauf kann und sollte man allerdings keine Zusage machen. Die Zahl der bekannten Wechselwirkungen steigt immer weiter an, je mehr danach geforscht wird. Selbst Hormonpr√§parate mit √Ėstrogen, etwa als ‚ÄěPille‚Äú oder in den Wechseljahren, werden durch Grapefruit in unerw√ľnschter Weise beeinflusst (Gefahr von Thrombosen und Brustkrebs). Also am besten ganz auf Grapefruit verzichten, wenn Sie gleichzeitig Medikamente einnehmen (m√ľssen).

Liebe Gr√ľ√üe, Michael Schmidt