Kategorie-Archiv: Allgemein

Macht Blaulicht alt?

BlaulichtschĂ€den in der Haut – Macht Handylicht alt und faltig?

SpĂ€testens nach der Sendung „Höhle der Löwen“ am 16.5.2022 treibt die Kosmetik-Marketingindustrie „eine neue Sau durchs Dorf“: Etliche Kosmetikhersteller werben mit (angeblichem) „Schutzfilter gegen Bluelight“, als wenn das nun der endgĂŒltige Durchbruch gegen Hautalterung darstelle.

Was ist dran? Lassen Sie uns unaufgeregt die tatsÀchlichen Fakten zusammentragen.

FĂŒr die Eiligen vorweg:

- Blaulicht kommt in starker Dosis im natĂŒrlichen Tageslicht und in weitaus geringerer Menge in kĂŒnstlichen Lichtquellen (Bildschirm, Handy) vor. Wenn ĂŒberhaupt macht also das Tageslicht „alt“ und nicht die Strahlung aus Bildschirmen.

- Blaulicht ist das energiereichste sichtbare Licht (allerdings viel energieÀrmer als UV-Licht).

- Blaulicht hat positive Wirkungen (entzĂŒndungshemmend, Vitamin-D-anregend, gegen MĂŒdigkeit und Depression) und negative Wirkungen (augenreizend, provoziert Bildung Freier Radikale in der Haut und somit frĂŒhzeitige Hautalterung).

- der Blaulichtanteil aus kĂŒnstlichen Quellen kann durch GerĂ€tefilter und durch FilterglĂ€ser reduziert werden (Letzteres hilft auch gegen Blaulicht aus Tageslicht).

- es gibt keine LichtschutzmolekĂŒle fĂŒr kosmetische Produkte, die das Blaulicht wegfiltern (wie durch manche Werbung suggeriert wird). Wenn es sie gĂ€be, wĂ€re ihre tĂ€gliche Verwendung ohnehin kritisch zu sehen.

- ABER: gegen die FolgeschÀden des Blaulichtes (Bildung Freier Radikale und Hautalterung) wirken spezielle Antioxidantien (die auch gegen FolgeschÀden der viel gefÀhrlicheren UV-Strahlen wirken).

Und nun fĂŒr die Geduldigen einige Hintergrundinfos:

„Blaues Licht“ ist ein Bestandteil des natĂŒrlichen sichtbaren Lichtes und wird durch LED-Lichtquellen, Displays und Computerbildschirmen, aber auch durch therapeutische Tageslichtlampen ausgestrahlt. Die Blaulichtanteile im „natĂŒrlichen“ Tageslicht sind riesig höher als in den „technischen“ Lichtquellen. Im Spektrum des sichtbaren Lichtes bewegt sich das blaue Licht am energiereichen Rand (350-480 Nanometer Schwingung), kurz vor dem noch energiereicheren Ultraviolettlicht (UV 100-400 Nanometer Schwingung). Umso kĂŒrzer die Schwingung, also der Abstand zwischen den WellentĂ€lern ist, desto energiereicher ist die Strahlung (der Abstand von Wellental zu Wellental wird in Nanometer „nm“ gemessen. 1 nm ist der einmilliardste Teil eines Meters. Ein Nanometer verhĂ€lt sich zu einem Meter wie der Durchmesser einer Haselnuss zum Durchmesser der Erde).

Bekannt ist, dass eine sehr hohe Dosis des energiereichen Blaulichtes (besonders der blau-violette Anteil zwischen 450 und 480 nm) die Netzhaut der Augen schĂ€digen kann und dass das blaue Licht die Produktion unseres Schlafhormons Melatonin hemmt und somit Schlafstörungen auslösen kann. Deshalb werden von Herstellerseite sehr hĂ€ufig technische Blaulichtfilter in die BildschirmgerĂ€te eingebaut. Außerdem bieten Brillenhersteller entsprechend gefilterte GlĂ€ser an (diese schimmern etwas orangerot). Auch deshalb sollten Bildschirme nichts im Schlafzimmer zu suchen haben.

Schadet blaues Bildschirmlicht der Haut?

In der Publikumspresse wird oft verbreitet, dass die stundenlange Strahlung des Blaulichts von Laptop, Smartphone und Fernseher unsere Zellen schwĂ€che, unsere Haut stresse und zu vorzeitiger Hautalterung fĂŒhre. Diese These ist unter Wissenschaftlern allerdings umstritten. Zumal die „technische“ Blaulichtstrahlung wesentlich geringer als der natĂŒrliche Blaulichtanteil des Tageslichts ist. Zum Vergleich: Bei wolkenlosem Himmel bekommen wir etwa 2000mal so viel Blaulicht ab wie von einem ungefilterten Bildschirm. 1 Stunde unter freiem Himmel entsprechen also ca. 250 vollen Arbeitstagen am Computer. Unsere Haut altert also definitiv nicht durch Computer- oder Handystrahlung. Wenn schon, dann durch das Tageslicht. Wer in der Mittagspause draußen spazieren geht, bekommt umgerechnet innerhalb weniger Minuten viel mehr Blaulicht ab als bei monatelanger Bildschirmarbeit.

Ist es nun aber nötig, die Haut vor dem (blauen) Tageslicht zu schĂŒtzen?

Wirksame Schutzfaktoren gegen die Auswirkungen des natĂŒrlichen Tageslichts sind unserer Ansicht sinnvoll. Denn die energiereichen Strahlen der Sonne lassen in den Hautschichten Freie Radikale entstehen, die sich nach und nach anhĂ€ufen und dann gravierende ZellschĂ€den anrichten können. Doch welcher Schutz ist wissenschaftlich anzuraten und auch praxistauglich? Es gibt keinen speziellen „Lichtschutzfaktor“, der die WellenlĂ€nge des blauen Lichtanteils (350-480nM) abfiltert. Die zugelassenen LichtschutzmolekĂŒle schĂŒtzen vor UV-A und UV-B-Strahlen und das ist enorm wichtig, aber eben nicht vor Blaulicht. Generell bringt die tĂ€gliche Verwendung von chemischen Lichtschutzfiltern auch Nebenwirkungen mit sich, z.B. durch die Entstehung von unerwĂŒnschten Reaktionsprodukten mit UV-Licht und durch die Belastung der Haut mit Chemikalien. Physikalische Lichtschutzfaktoren sind ebenfalls nicht unumstritten, sie „weißeln“ oft, sind optisch also störend und außerdem aus UmweltgrĂŒnden nicht empfehlenswert (Zinkoxid- und Titandioxid-Nanopartikel gehören nun mal nicht in die Umwelt).

Wir bevorzugen fĂŒr den tĂ€glichen Gebrauch den indirekten Schutz, also Wirksubstanzen gegen die Folgen der energiereichen Strahlung, sei es die Bildung Freier Radikale durch UV- oder durch Blaulichtstrahlung. Derartige Wirkkomplexe gewinnen wir aus Tiefsee-Organismen und aus speziellen Pflanzenextrakten und setzen sie in unseren MissingLink- und marineau-Produkten ein. Insofern wĂ€re die Werbeaussage „Schutz gegen HEV-Bluelight“ bei unseren PrĂ€parten tatsĂ€chlich gerechtfertigt („HEV-Bluelight“ bedeutet „High-Energy-Visible-Bluelight“, also „energiereiches Blaulicht“).

FĂŒr Ihre KundenaufklĂ€rung wichtig:

Ehrlicherweise muss aber darauf hingewiesen werden, dass unsere PrÀparate eben nicht die Blaulichteinstrahlung und damit die Entstehung gefÀhrlicher Freier Radikale in der Haut verhindern (was heute generell nicht möglich ist), sondern dass sie die Radikale selbst und ihre Auswirkungen bekÀmpfen.

Viele GrĂŒĂŸe, bleiben Sie dran!

Ihre Antje & Michael Schmidt

Sind Soja-Proteine krebserregend?

Soja in der ErnÀhrung

In einer amerikanischen Studie aus dem Jahr 2004 (Memorial Sloan-Kettering Cancer Center, Dr. Moshe Shike, New York) wurden die positiven und die negativen Auswirkungen von Soja-NahrungsergÀnzungsmittel bei Brustkrebspatientinnen untersucht. Zusammenfassend lÀsst sich feststellen, dass einige krebshemmende und einige krebsfördernde Erbanlagen durch den Verzehr von in diesem Fall tÀglich 26 Gramm reinem Sojaprotein aktiviert wurden. Das entspricht etwa dem Sojaproteingehalt von 250 GrammTofu.

Aus dieser Ă€lteren Studie wurde in der Publikumspresse die Meldung konstruiert, dass Soja mit seinen hormonĂ€hnlichen Isoflavonen generell Brustkrebs erzeugen könne. Das stimmt so nicht. Nach derzeitigem Wissen ĂŒberwiegt der Anteil an aktivierten krebsverdĂ€chtigen Genen nur bei Brustkrebspatientinnen vor der Menopause, bei Brustkrebspatientinnen nach der Menopause ĂŒberwiegt dagegen der krebsbekĂ€mpfende Genanteil. Die Aktivierung dieser positiven und negativen Genabschnitte sagt aber noch nichts ĂŒber die tatsĂ€chliche Krebsgefahr bei Brustkrebspatientinnen aus. Das Krebsgeschehen ist immer ein ganzheitlicher Prozess, der so kompliziert und von so vielen Faktoren abhĂ€ngt, dass man unmöglich einen einzelnen Faktor als „krebsfördernd“ bezeichnen kann. In asiatischen LĂ€ndern mit hohem Sojaanteil in der Nahrung leiden viel weniger Menschen an hormonabhĂ€ngigen Karzinomen als im sojaĂ€rmeren Rest der Welt.

Beim Sojaverzehr kommt es wie immer auf die Menge an. Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) empfiehlt aufgrund einer Auswertung von mehr als 50 unabhĂ€ngigen Studien 25 g Sojaprotein pro Tag als Bestandteil einer herzgesunden DiĂ€t. Das entspricht ungefĂ€hr 800 ml Sojamilch oder 300 g Tofu. Dieser EinschĂ€tzung schließt sich auch das Deutsche Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung an. Soweit zu Soja in der ErnĂ€hrung.

Nun zu Sojaprodukten in der Kosmetik:

Die genannte Untersuchung und alle anderen Studien zu dem Thema beziehen sich ausdrĂŒcklich auf NahrungsergĂ€nzung und auf sehr große Verzehrmengen an natĂŒrlichem Soja. Wir gewinnen wertvolle LinolensĂ€ure aus nativem Sojaöl in kleinsten Mengen (weniger als 0,1%) in insgesamt drei Produkten ein (in der marineau-Creme 2, der MissingLink-Creme 2 und in der MissingLink-AugenlidCreme). Das ist nicht nur völlig unproblematisch selbst bei Brustkrebspatientinnen, sondern besonders wertvoll bei der Regeneration der geschĂ€digten Hautbarriere!

Irritationen im Mund/Kinnbereich – “Maskendermatitis”

Mehrere Fragen haben mich zu erhöhten Irritationen im Mund-Kinnbereich erreicht. Wir haben in Göttingen dazu eine kleine Studie durchgefĂŒhrt:

- 30 Studentinnen und Studenten mit Hautirritationen im FFP2-Maskenbereich wurden unterschiedlich behandelt.

– eine Gruppe verwendete Additiv C und Alphacreme morgens und abends.

– eine zweite Gruppe wurde mit DetoxprĂ€paraten (SkinfloatingGaze und DetoxElixier) behandelt.

– eine dritte Gruppe blieb als Kontrollgruppe unbehandelt.

Ergebnis:

- durch Additiv C und Alphacreme reduzierten sich die Irritationen sehr deutlich nach 4 Wochen

- nach Detoxbehandlung verschlechterten sich die Irritationen, reduzierten sich dann innerhalb von einigen Tagen auf das Ursprungsniveau

– in der unbehandelten Kontrollgruppe nahmen die Irritationen innerhalb von 4 Wochen zu, es entwickelten sich bei zwei Studenten Zusatzinfektionen durch Bakterien und Pilze

Fazit:

- Unter der FFP2-Maske kommt es zu einer Ansammlung von Wasserdampf, dadurch wird die Hautbarriere geöffnet (wie nach einem lÀngeren Wannenbad), die Haut verliert von unten her zu viel Feuchtigkeit, Keime dringen in die Haut ein, die Haut wird zunehmend irritiert (vergleichbar mit einer Windeldermatitis bei Babys).

- Additiv C wirkt eindeutig entzĂŒndungshemmend (durch die natĂŒrliche GlycyrrhetinsĂ€ure), Alphacreme beruhigt und pflegt die trockene irritierte Haut.

- diese positive Wirkung ließ sich in einem Zusatzversuch steigern, indem ĂŒber die Alphacreme die hautzustandsentsprechende Dermatolan-Creme aufgetragen wurde (im Durchschnitt mit der besten Wirkung war die HydroEssence).

- eine Detoxbehandlung löst festsitzende „Schlacken“, es kommt zu einer vorĂŒbergehenden „Erstverschlechterung“. Nach Ausleitung der „Schlacken“ bleibt die Haut in etwa auf der ursprĂŒnglichen Irritationsstufe. Das bedeutet, dass in vielen HĂ€uten zwar „Schlacken“ vorhanden sind, sie aber keinen erheblichen Einfluss auf die „Maskendermatitis“ haben. Deshalb wĂŒrde ich in diesen FĂ€llen darauf verzichten.

Dr. Michael Schmidt

Immunsystem – Allgemein -

Liebe Dermatolan-PartnerInnen, zahlreiche Fragen erreichen uns zum Thema Immunsystem. Ich werde einzelne Fragen gesondert beantworten, hier aber erst einmal einige Hintergrundinfos, vielleicht erledigt sich dann auch manche Einzelfrage.

1. Allgemeines – oder: Ordnung ist „unnatĂŒrlich“ und hat ihren Preis!

Wir können uns unseren Körper im Vergleich zu meinem BĂŒro ganz gut als „Entropiesystem“ vorstellen. Entropie bezeichnet das biologische Naturgesetz, wonach alle Stoffe und alle Energie den natĂŒrlichen Drang haben, den zur VerfĂŒgung stehenden Raum gleichmĂ€ĂŸig auszufĂŒllen. Meine Stapelordnung wichtiger Unterlagen zerstreut sich auf geheimnisvolle Weise nach kurzer Zeit flĂ€chendeckend im ganzen Raum. Das ist Entropie (und meine Dauerentschuldigung). Um die (manchmal) notwendige Ordnung aufrecht zu erhalten, benötigt es Energie (in diesem Fall meine, leider). Ebenso wĂŒrden sich die Stoffe unseres Körpers gleichmĂ€ĂŸig verflĂŒchtigen, wenn sie nicht mit großem Energieaufwand zusammengehalten wĂŒrden (das geschieht nach unserem Tod). Um nicht wie Sisyphos erfolglos gegen die Unendlichkeit anzuarbeiten, schafft unser Körper Grenzen zur Umwelt. Aber auch innerhalb des Körpers mĂŒssen Bereiche mit unterschiedlichen Stoffansammlungen gegenseitig abgegrenzt werden: das sind dann die Organe und darin wieder die Zellbereiche (Gewebe) und dann die einzelnen Zellen. Kompliziert wird es, weil die Grenzen nach außen und auch die in unserem Inneren nicht völlig dicht sein dĂŒrfen, um einen geregelten Stoff- und Energieaustausch zu ermöglichen. Und das wiederum birgt die Gefahr erstens der „Zerstreuung“ und zweitens eines „Einbruchs“ von außen. Denn unser mĂŒhsam aufrecht erhaltenes Ordnungssystem (und damit vor allem die darin gespeicherte Energie) ist fĂŒr alle möglichen „Schmarotzer“ sehr verlockend. Pilze und Bakterien möchten sich zu gerne an unseren Energiereservestoffen laben und Viren streben danach, ohne eigenen Fortpflanzungsapparat sehr effizient unsere Zellen fĂŒr ihre Vermehrung zu missbrauchen.

FAZIT 1A: Wir benötigen Energie, um Grenzen zu schaffen, Ordnung zu erhalten sowie Kontrollmechanismen, um gezielt Stoffe aufzunehmen und abzugeben. Die Grenzen sind vom Kleinen zum Großen: Zellmembranen, OrganhĂŒllen im Inneren und unsere Haut (inkl. Schleimhaut) nach außen. An diesen Grenzen setzen die Dermatolan-Produkte gezielt an (dazu spĂ€ter).

FAZIT 1B: Die Grenzen mĂŒssen massiv geschĂŒtzt werden gegen Verluste von Energie und Stoffen sowie gegen Eindringen von Fremdstoffen und Feinden (auch hier können Dermatolan-Produkte hilfreich sein, auch dazu spĂ€ter).

2. Deshalb also brauchen wir selektive Grenzen und ein Abwehrsystem!

ZunÀchst zum Abwehrsystem:

- mechanische und chemische Grenzen: das sind die nach außen wandernden Hornhautschuppen und FlimmerhĂ€rchen in der Lunge, die wie nach außen rollende Rolltreppen die angreifenden Keime abtransportieren sowie Schleimstoffe, welche die Keime verkleben. Außerdem MagensĂ€ure und keimtötende Enzyme (z.B. Lysozym im Speichel und in TrĂ€nen). Die normale Hautflora, natĂŒrlicherweise vorkommende Mikroorganismen auf unserer Haut, erschweren die Ansiedlung von krankheitserregenden Pilzen und Bakterien.

- unspezifisches angeborenes Immunsystem:

Haben Keime diese ersten Abwehrriegel ĂŒberwinden können, stoßen sie auf bewegliche Abwehrzellen, die sogenannten Fresszellen (Makrophagen). Diese umschließen und verdauen die Eindringlinge. Die AktivitĂ€t der beweglichen Immunzellen kann durch verschiedene Maßnahmen gesteigert, aber auch behindert werden. Besonders wichtig ist die Intaktheit der ReinÂŽschen Barriere, da die Immunzellen unterhalb der Barriere genĂŒgend Wasser fĂŒr ihre Zellkommunikation benötigen. Der DermatolanÂź-Komplex verhindert durch StĂ€rkung der Barriere den Wasserverlust aus tieferen Schichten und wirkt somit indirekt immunstĂ€rkend. Der angeborene Immunschutz funktioniert unabhĂ€ngig davon, ob das Immunsystem bereits zu einem frĂŒheren Zeitpunkt Kontakt zu diesen Fremdzellen hatte oder nicht.

- spezifisches erlerntes Immunsystem:

Die wichtigsten Zellen sind hier verschiedene Lymphozytenarten. Nach einer Infektion merken sich die B-Lymphozyten die Struktur der Angreifer. Diese sogenannten „GedĂ€chtniszellen“ können dann bei einem erneuten Kontakt speziell ausgerichtete Abwehrstoffe, die Antikörper, sehr schnell produzieren. Antikörper passen genau auf bestimmte Eiweißstrukturen auf der OberflĂ€che der Angreifer und verkleben diese dann zu einem ungefĂ€hrlichen Zellklumpen. Makrophagen können diesen Angreiferhaufen dann gemĂ€chlich beseitigen.

T-Lymphozyten teilen sich in verschiedene Typen: T-Helferzellen produzieren Stoffe, die den Makrophagen beim Verdauen der Antigene helfen. Außerdem aktivieren sie bei Gefahr die ruhenden B-Lymphozyten. T-Killerzellen töten virusinfizierte oder entartete Körperzellen ab und greifen Fremdzellen gezielt mit chemischen Waffen an (unter anderem mit starken Freien Radikalen). T-Supressorzellen beenden die Immunreaktion und verhindern so, dass das Immunsystem ĂŒberschießend reagiert. Das „GedĂ€chtnis“ fĂŒr den Bauplan der Antikörper und die Mutationsgeschwindigkeit der Angreifer bestimmen die Dauer der ImmunitĂ€t, sie reicht von einigen Monaten (bei der Influenzagrippe) bis zu mehreren Jahren oder sogar lebenslang (wie bei Mumps und Masern). Die aktuelle Coronaimpfung wird wahrscheinlich Ă€hnlich wie bei der Influenza jĂ€hrlich aufgefrischt werden mĂŒssen.

3. Risiken und Nebenwirkungen – KollateralschĂ€den durch aggressive Immunzellen

Wie wir gerade bei der Coronainfektion sehen, stellen ĂŒberschießende Immunreaktionen ein großes Problem dar. Außer Kontrolle geratene T-Killerzellen greifen körpereigene Strukturen an, vergleichbar mit Autoimmunkrankheiten oder auch mit Rosacea-Folgen. So sterben viele Covid-Patienten nicht an den Viren sondern an den Lungenzerstörungen der T-Killerzellen. Es kommt also auch hier auf das richtige Maß an. Ein zu langsames Immunsystem schĂŒtzt zu wenig, bei einem zu aggressiven treten oft erhebliche Nebenwirkungen auf. Auch hier kann die Kosmetikerin unterstĂŒtzend tĂ€tig werden: durch Schutz und Pflege der HautoberflĂ€che, durch StĂ€rkung der Hautbarriere und durch regenerierende Entspannungstechniken wird das Immunsystem in allen seinen Bereichen gefördert und einer ĂŒberschießenden Immunreaktion entgegengewirkt.

Aktuell gibt es Studien, wonach ein Asthmaspray (Budesonid) schwere VerlĂ€ufe der Coviderkrankung verhindert. Das leuchtet ein, denn durch die „BesĂ€nftigung“ des Immunsystem wird eine ĂŒberschießende Immunreaktion verhindert, eventuelle Nebenwirkungen des Cortisons werden geringer als die Gefahr der Lungenzerstörung eingeschĂ€tzt. (Anmerkung: Das MissingLink-Additiv C hat eine Ă€hnlich entzĂŒndungswidrige Wirkung auf der HautoberflĂ€che wie ein Kortikoid ohne dessen Nebenwirkungen. Das erklĂ€rt u.a. unseren Erfolg bei der Behandlung flĂ€chig-entzĂŒndlicher Hauterscheinungen).

 

 

 

 

SalicylsĂ€ure 2% BHA – ein Wundermittel?

Peelings mit SalicylsĂ€ure (2% BHA) sollen die “neuesten Wundermittel” gegen unreine Haut sein. Machen Sie sich selbst ein Bild!

BHA ist die AbkĂŒrzung fĂŒr SalicylsĂ€ure und in Kosmetika bis 2% zugelassen, in Schuppenshampoos bis 3%. DarĂŒber kann es erhebliche Nebenwirkungen haben, deshalb ist sie dann nur im Ă€rztlichen Bereich erlaubt. Alleine das verdeutlicht unsere allgemeine wissenschaftliche Sicht, dass jeder Stoff positive und negative Wirkungen haben kann, es ist alles eine Frage der Dosis („die Dosis macht das Gift“).

Die im Internet angebotenen PrĂ€parate mit 2% BHA sollen nach Herstellerangaben ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum angewendet werden. Nach einer möglichen Erstirritation der Haut wird damit geworben, dass sich die „Haut regeneriert und verjĂŒngt“. Dieser optische Eindruck kann tatsĂ€chlich zunĂ€chst erreicht werden. Durch die MikroentzĂŒndungen werden die kleinen BlutgefĂ€ĂŸe undichter, Blutserum und Lymphe sammelt sich im Gewebe, es entsteht eine leichte Quellung und eine optische Verringerung von FĂ€ltchen (wie nach einem Bienenstich). Und die Haut erscheint rosiger (aufgrund der verdĂŒnnten Hornschicht) und besser durchblutet (durch die MikroentzĂŒndung).

ABER:

-          HĂ€ufiges und lĂ€nger anhaltendes Peeling mit 2% BHA wird mittelfristig immer zu einer Gegenreaktion der Haut fĂŒhren. Das ist ein sinnvoller „Hilfeschrei“ der angegriffenen und geplagten Haut.

-          Die Gegenreaktion bedeutet: Erhöhung der TeilungsaktivitĂ€t der Basalzellen, Verdickung der Hornschicht, Ansammlung von EntzĂŒndungszellen

-          Über 1% Konzentration dringt die SalicylsĂ€ure so weit in die Hornschicht ein, dass sie die ReinÂŽsche Barriere und damit die noch „lebenden“ hornhautbildenden Zellen erreicht. Werden diese Zellen angegriffen, senden sie Signalstoffe aus, die die Basalzellen zu erhöhter Teilung anregen (um einen Schutz gegen die vermeintlichen Angreifer zu bilden) und es entstehen MikroentzĂŒndungen mit Freien Radikalen (die wiederum fĂŒr die „SchwelbrĂ€nde“ in der Haut und fĂŒr vorzeitige Alterung verantwortlich sind).

-          Gleichzeitig treten „KollateralschĂ€den“ in der Haut auf: Die Haut wird sehr lichtempfindlich (Rötung, LichtschĂ€den, erhöhtes Hautkrebsrisiko), angegriffene Pigmentzellen bilden vermehrt Pigment (unregelmĂ€ĂŸige Pigmentierung), Freie Radikale sammeln sich an und bewirken eine frĂŒhzeitige Alterung der Haut, die Hautbarriere wird undichter und lĂ€sst die Haut austrocknen und irritierbarer werden!

Was wir tun:

-          SalicylsĂ€ure ist in Konzentrationen um 1% ein guter kosmetischer Bestandteil mit antimikrobieller Wirkung zur sanften GlĂ€ttung der ĂŒberverhornten Haut, zur „Öffnung“ von Follikeln und zur EntzĂŒndungshemmung bei „akneĂ€hnlichen HautzustĂ€nden“

-          Um 1% hat SalicylsĂ€ure alle guten kosmetischen Eigenschaften ohne die Barriere zu schĂ€digen (antimikrobiell, also entzĂŒndungswidrig, leicht keratoplastisch, nicht keratolytisch wie bei 2%,). OberflĂ€chliche Hornhautzellen werden sanft gelöst (keratoplastisch), ohne sie aufzulösen (keratolytisch). Bei Konzentrationen um 2% ĂŒberwiegen die mittelfristigen und langfristigen Nebenwirkungen.

Wir verwenden SalicylsÀure im Bereich um 1% in MissingLink-Creme 3, Additiv D und Peeling E.

Fazit:

-          SalicylsĂ€ure ist kein „Wunderwirkstoff“, sondern ein altbekannter guter kosmetischer Wirkstoff bei richtiger Konzentration (zwischen 0,8 und 1,0 %). Konzentrationen von 2% sind fĂŒr eine nachhaltige Hautpflege nicht geeignet.

-          Sie können eine leichte „SchĂ€lkur“ mit 2% BHA durchaus einmal durchfĂŒhren, um abgestorbene Hornhautzellen zu entfernen und einen Impuls zu setzen. Es ist auch hier wie immer eine Frage der Dosis und der Zeit.

-          Von einer lÀngerfristigen Anwendung von 2% SalicylsÀure raten wir dringend ab.

-          Tipp: fĂŒr eine etwas stĂ€rkere kurmĂ€ĂŸige Peelingwirkung verwenden Sie besser unser mechanisches Peeling („MissingLink-CeraControl). Es enthĂ€lt einen Regulationskomplex, welcher eine ĂŒberschießende Gegenreaktion der Basalzellen und damit eine „Peelingschwiele“ verhindert!

Viele GrĂŒĂŸe,

Antje & Michael Schmidt